α – SYNUKLEINOPATHIEN

„Synukleinopathie“ ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von neurodegenerativen Erkrankungen, die durch das Auftreten von Ablagerungen von α-Synuklein (α-Syn) in Form von Lewy-Körperchen und Lewy-Neuriten und einem assoziierten Absterben von Nervenzellen gekennzeichnet sind. Sie umfasst die Parkinson-Krankheit, die multiple Systematrophie, die Lewy-Körper-Demenz und die reine Dysautonomie. Bisher gibt es für keine dieser Krankheiten eine ursächliche Behandlung.

Synukleinopathien sind chronische, fortschreitende Erkrankungen. Symptome sind abhängig vom Ausmaß und der Lokalisation der pathologischen Veränderung u.a. Bewegungsstörungen, kognitive Beeinträchtigung und Verhaltensänderungen. Die Symptome dieser Krankheiten sind einander relativ ähnlich, wodurch eine spezifische Diagnose schwierig ist.

synucleopathies

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α – SYNUKLEIN

α-Syn ist ein nativ ungefaltetes Protein aus 140 Aminosäuren und wird weitgehend in zentralen Neuronen und im Gehirn exprimiert. α-Syn wurde ursprünglich als PARK1 und PARK4 bezeichnet. Es ist Mitglied der kleinen Familie der Synuklein-Proteine, die im Nervengewebe von Wirbeltieren exprimiert werden. Nachdem entdeckt wurde, dass α-Syn in manchen Formen von familiärer Parkinson Krankheit mutiert ist, ist das Interesse für die Synuklein Familie gestiegen. Es gibt zunehmend Hinweise auf eine zentrale Rolle steigender Mengen von fehlgefaltetem α-Syn in der Entstehung von Synukleinopathien wie bei Parkinson-Krankheit und der multiplen Systematrophie.

Die Identifizierung von α-Syn-Aggregaten als Ursache für Parkinson und verwandte Krankheiten, die derzeit unter der Bezeichnung Synukleinopathien gruppiert werden, stellt einen signifikanten Fortschritt in unserem Verständnis dieser Krankheiten dar.

Ausgehend von der Hypothese über einen gemeinsamen induzierenden Krankheitsauslöser bei Synukleinopathien wird im Rahmen des SYMPATH-Projekts ein signifikanter Fortschritt in der Entwicklung von Diagnose und Therapie erwartet. α-Syn ist ein vielversprechendes Target für die Entwicklung einer Kausalbehandlung und bildet darüber hinaus die Grundlage für den klinischen TANDEM Ansatz, der vom SYMPATH-Konsortium gewählt wurde.